Gerald Hofmann, Wo der Anfang, 27.November - 31. Januar 2014

 

Gerald Hofmann 

 

In den Arbeiten von Gerald Hofmann steht das Gold für Geist und Leben. Das ist keine Erfindung des Künstlers, sondern diese Bedeutung haben die beiden Farben, vor allem das Gold, in den meisten Kulturen, angefangen in der Bronzezeit (Goldhüte), der Ägyptischen Kultur und der Kultur der Mayas bis hin zur mittelalterlichen Kunst des Abendlandes. 

 

 

 

„Der Pfeil der Sehnsucht“ ist aufgespannt zwischen der schwarzen Farbe des Dürer-Bildes (das griechische Wort Melancholie bedeutet schwarze Galle) und dem Gold der Speerspitze.
Dürers Melecolia stellt nicht nur die geschichtliche Basis der Nürnberger Künstler der Gegenwart dar, sondern die Melancholie hat auch ihre Entsprechung im Saturnischen der Alchemie. Das zugeordnete Metall ist das Blei, das den Alchemisten besonders geeignet schien daraus Gold (Symbol der Vollkommenheit und des Absoluten) zu transmutieren. Das Rechteck des Dürer-Drucks weist auf die Zahl 4 für die Erde/Welt/Materie (4 Jahreszeiten, 4 Elemente, 4 Himmelsrichtungen). Das Dreieck der goldenen Spitze des Gers deutet auf das Göttliche (=Zahl 3)
Es wird hier also einen kreativer Schaffensprozess verbildlicht. Aus diesem Grund ergibt auch die Summe aus 4 + 3 = 7, die Zahl der biblischen Schöpfungstage. Es stellt eine Entwicklung vom Schwarz der „Materia prima“ nach dem transzendenten Gold dar.

 

 

Der abgebrochene Speer deutet allerdings auf eine Art Scheitern an. Eine gewisse Grenze (vielleicht die Zimmerdecke oder das Himmelsgewölbe) sollte durchstoßen werden, was aber scheinbar nicht gelang. Das Albert Camus-Zitat stellt jedoch selbst den zum ständigen Scheitern verurteilten Sisyphos als glücklichen Menschen vor. Damit wird darauf hingewiesen, dass trotz der Begrenztheiten und Kompromisse, das Leben Handeln heißt und die Wirklichkeiten der Ort der Wirkungen, der Beziehungen und Werke – und damit des Glücks - ist. 

 

 

Die Online-Ausstellung von Gerald Hofmann Lab-Oratorium