Karin Gilliam, 25. Oktober - 26. November 2014

Die Malerin Karin Wiesmann-Gilliam

In Deutschland war Karin von Jutrzenka Trzebiatowski-Gilliam als Malerin unter dem Namen ihres ersten Mannes, Wiesmann, bekannt. Sie hatte seit den siebziger Jahren über einhundert Ausstellungen, ein Drittel davon im Ausland, und gewann, obwohl als Autodidakt zur Malerei gekommen, vier Kunstpreise. Bereits während der Zeit, in der sie im S.Fischer Verlag arbeitete, schrieb und illustrierte sie Kindergeschichten für andere Verlage z.B.Beltz und Gelberg, schrieb ein kleines Theaterstück und das Drehbuch zu einem surrealistischen Kinderfilm „Prinzessin Pferdehaar oder Der Gesang des Leoparden“, für den sie 42 Bilder malte, meist Tier- und Dschungelszenen.

 

Sie lebte lange in Frankfurt am Main, wo sie siebzehn Jahre lang eine Galerie für zeitgenössische Kunst betrieben, Galerie Grüner Panther, und die Werke in- und ausländischer Maler, Bildhauer und Fotografen präsentierte.  

 

Zwischen 1985 und 92 widmete sie sich mehr großflächigen Arbeiten, nachdem sie mehrere vom Land Hessen ausgeschriebene Wettbewerbe gewonnen hatte , für die malerische Ausgestaltung von Wänden in öffentlichen Gebäuden. Bauscher-Hutschenreuther gab ihr die Chance zwei Serien von Porzellantellern für Ausstellungen zu bemalen und Muster für die Fabrik zu entwerfen, ihre Bilder wurden auf Postkarten, Kalendern, Plakaten und Kunstdrucken vervielfältigt.

 

1985, zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen zweiten Ehemann, dem amerikanischen Bildhauer Franklin Gilliam, fand sie in Italien, in der Toskana, die Mulino Torone, ein antikes Gebäude, ehemalige Öl- und Getreidemühle „die größte Ruine, die zu haben war“. Ihr Buch „Mulino Rotone – Der Traum vom Haus in der Toskana“ berichtet mit vielen skurrilen Begebenheiten von der jahrelangen Suche nach einem Haus, in dem man leben und arbeiten konnte, und der Entdeckung und Wiederherstellung der Natursteingebäude und des Anwesens in Castagneto-Carducci. Inzwischen kann man in Mulino Rotone, dem Haus der Künstlerin, Ferienwohnungen mieten, in denen der Charme der alten Holzbalkendecken, Kreuzgewölbe und Terracottaböden erhalten blieb: Mulino-Rotone.